Sehen wir unsere Vergangenheit wirklich so klar, wie wir denken?



Ich habe gerade eine halbe Stunde vor dem Rechner gesessen, mit Tränen in den Augen und einer fast runtergefallenen Kinnlade – ich glaube, es war einer dieser bekannten Ahamomente, von denen wir gerne sprechen.


Ich habe durch die Erfahrung als Coach bereits viel Wissen, was die Themen wie Wahrnehmung, Erinnerung und Verhaltensmuster angeht. Und dennoch – wissen und erspüren sind anscheinend immer wieder zwei unterschiedliche Paar Schuhe.

So saß ich gerade vor dem Laptop auf der Suche nach einem Dokument, mit dem ich arbeiten wollte, um den so mittelmäßig erfolgreichen Tag noch einigermaßen produktiv abzuschließen.


Ich stolperte über eine Datei namens „30 Jahre Sonnenschein“.


Es war die Powerpointpräsentation, die meine Mutter für meinen 30. Geburtstag angefertigt hat. Ich drückte auf „öffnen“ und das Schauspiel beginnt.





Ich sehe Bilder von mir. Und ich erkenne mich darauf. Manche dieser Bilder sind mir sehr nahe. Manche scheinen, als zeigten sich nicht mich.


Meine Tränen rollen vor Rührung und vor Schreck.


Wenn ich an meine Kindheit, Jugend, ans Gestern denke, dann sehe ich ganz klar eine Hand von Bildern vor mir. Sie sind glasklar. Sie sind meine Grundlage.


Mit ihnen verargumentiere ich immer wieder, weshalb mir etwas leicht oder schwer fällt, was ich schon immer gerne gemacht habe, in welchem Moment ich mich sicher oder unsicher gefühlt habe. Die Abbildungen bilden meine Basis für die Person, die ich heute glaube zu sein.


Und dann sitze ich da, vor diesen mehreren hundert Bildern und sehe wie unwahr, wie trüb mein glasklares Bild in Wirklichkeit ist.


Ich sehe so viele Momente, die nicht Teil meines Vergangenheitsbildes sind.



Und genau jetzt verstehe ich, warum es doppelt sinnvoll ist, seine Vergangenheit loszulassen und das Gestern gestern sein zu lassen.


Diese eine Vergangenheit, von der wir sprechen - gibt es nicht. Wir sind nicht in der Lage unsere komplette Vergangenheit abzubilden. Wir sehen nur kleine Fragmente aus unserem eigenen Leben. Diese bestehen aus Erinnerungen aber auch aus Erzählungen anderer. Sie bestehen aus Wahrnehmungen und Momentaufnahmen – und das mit einem sehr großen Verschnitt an Vergessenem.


Sich aus den subjektiven Resten eine Generell-Vergangenheits-Erklärung zu machen?


Gewagt.


Darauf alle Entscheidungen für mein momentanes Leben anzupassen?


Noch gewagter.

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